Geburtsbericht | Kira und Samuel, Januar 2026

26.03.2026

Da schon unsere große Tochter 2018 in einem Geburtshaus geboren wurde, war für uns klar, dass auch unser zweites Kind – wenn möglich und sinnvoll – im Geburtshaus zur Welt kommen soll. Die Vorsorge habe ich überwiegend im Geburtshaus gemacht, sodass ich die Hebammen und Räume schon kennenlernen konnte. Nach etwas nervenaufreibenden ersten Wochen, war die restliche Schwangerschaft zum Glück problemlos und der Geburt im Geburtshaus stand nichts im Wege. Der errechnete Termin war am 5. Januar und unsere große Tochter kam einen Tag nach Termin. Wir haben deshalb Weihnachten und Silvester noch ziemlich entspannt verbracht.

Am 1. Januar 2026 wollte ich gegen 21:30 Uhr schlafen gehen. Auch mein Freund ist schon mit ins Bett – vielleicht weil er an Silvester recht lange weg war oder er hatte eine Vorahnung, wer weiß… Gegen 22:30 Uhr spürte ich leichte Wehen, habe mir aber nicht viel dabei gedacht. Sie kamen unregelmäßig mal stärker, mal leichter, sodass ich sehr unschlüssig war, ob das tatsächlich Geburtswehen waren. Ich wollte niemanden umsonst aus dem Schlaf reißen und habe erst mal abgewartet. Gegen Mitternacht rief ich dann aber doch meine Schwester an, dass sie für alle Fälle bei uns übernachtet, um auf unsere große Tochter aufzupassen. Prompt nach dem Anruf waren die Wehen aber völlig weg. Meine Schwester und ich haben uns eine Weile unterhalten und dann beschlossen ins Bett zu gehen. Aus Schlafen wurde für mich aber nichts, weil ich die gelegentlichen Wehen im Liegen sehr unangenehm fand. Also bin ich doch wieder aufgestanden. Da meine Schwester aufgeregter war als ich, war sie auch noch wach. Es war total schön, sie als Gesellschaft da zu haben.

Die Wehen wurden zwar nicht so wirklich regelmäßig, ich wollte aber irgendwann nicht mehr zuhause warten. Also rief ich um 3:15 Uhr die Rufbereitschaftsnummer an und Ines schlug vor, uns um 4:30 Uhr am Geburtshaus zu treffen. Danach weckte ich meinen Freund, der tief und fest geschlafen hatte. Er stand gemütlichst auf und machte sich erst mal Kaffee. Auf mein Drängen rief er dann endlich ein Taxi, das uns zum Geburtshaus fuhr. Wir wurden von Ines begrüßt und haben das rote Geburtszimmer bezogen. Alles war ganz ruhig und warm und gemütlich. Die Wehen waren inzwischen zwar ziemlich unangenehm, aber weiterhin mit recht langen Pausen und ich habe verschiedene Positionen zum Veratmen ausprobiert. Ines hat mit meinem Einverständnis untersucht und festgestellt, dass der Muttermund 7-8 cm offen war. Ich war wirklich erleichtert, dass es kein Fehlalarm war 🙂

Wie bei der Geburt unserer großen Tochter wollte ich gerne in die Badewanne. Das warme Wasser war sehr angenehm und die Wehen darin viel erträglicher. Zu dem Zeitpunkt kamen auch Anna als zweite Hebamme und eine Hebammenstudentin dazu. Da dachte ich kurz, wie verrückt es ist, dass so viele Personen allein wegen mir/uns mitten in der Nacht aufgestanden sind und in diesem Zimmer herumsaßen. Und alle waren so geduldig für uns da, solange wie die Geburt eben dauern würde. Da das (leider) nicht Standard ist, bin ich sehr dankbar für so eine wunderbare Betreuung!

Inzwischen waren die Wehen sehr intensiv und auch schmerzhaft, aber in den Pausen haben wir uns unterhalten und Anna hat immer wieder die Herztöne des Babys abgehört. Bemerkenswert finde ich, dass ich jedes Mal vorher gefragt wurde und die ganze Zeit alles mit mir kommuniziert wurde. Das hat sicher dazu beigetragen, dass ich die Geburt sehr bewusst wahrgenommen habe und selbstbestimmt mein Baby zur Welt bringen konnte. Und als ich zwischendurch doch kurz das Gefühl hatte, nicht mehr zu können, wurde ich einfühlsam bestärkt.

Dann endlich war der Kopf des Kleinen da und damit das Schlimmste geschafft. Der Kleine hatte ganz weiche Haare! Und ein paar Wehen später war unser Sohn um 6:04 Uhr geboren. Ich hatte ganz vergessen, wie winzig und zart (und schrumpelig zerknautscht) so ein Neugeborenes ist! Wir haben gekuschelt und wenig später in der Wanne das erste Mal gestillt. Nachdem auch die Plazenta geboren war, haben mir Ines und Anna aus der Wanne geholfen. Unser Sohn war die ganze Zeit bei mir und nachdem wir beide untersucht worden waren, durften wir zu dritt ein Weilchen kuscheln, während es draußen geschneit hat. Das hat es noch ein bisschen gemütlicher und irgendwie magisch gemacht. Gegen 8:30 Uhr haben uns meine Schwester und unsere Tochter im Geburtshaus abgeholt. Und Zuhause wartete ein leckeres Frühstück auf uns.

Wir sind sehr glücklich, dass unser Sohn in der wunderbaren Atmosphäre im Geburtshaus und mit der kompetenten, einfühlsamen, respektvollen und wertschätzenden Betreuung durch die Hebammen zur Welt kommen durfte. Einen besseren Start ins Leben kann es doch gar nicht geben. Deshalb ein riesengroßes Dankeschön an das Geburtshaus-Team, dass ihr das Geburtshaus geschaffen und uns diese Geburt ermöglicht habt!

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