Wir haben uns bereits am Anfang der Schwangerschaft dazu entschieden im Geburtshaus Ulm zu gebären und haben fast alle Vorsorgen hier gemacht. Dadurch haben wir uns bereits sehr wohl in den Räumen gefühlt. Was für mich auch sehr schön war, dass ich bereits wusste, was und vor allem wer uns erwartet, wenn wir zur Geburt kommen. Das hat mir viel Ruhe und Sicherheit für die bevorstehende Geburt gegeben.
Die ersten Wehen hatte ich drei Tage vor der Geburt, das war ein Samstag. Ich hatte morgens bereits die Rufbereitschaftsnummer angerufen, da ich geblutet habe und dadurch verunsichert war. Paula beruhigte uns dann, gab uns mögliche Gründe für die Blutung. Sie riet uns erst einmal abzuwarten, ob sich die Blutung wieder beruhigt, ansonsten sollten wir in die Klinik fahren. Da sich die Blutung dann aber schnell wieder beruhigte, konnten wir zu Hause bleiben. Ab diesem Morgen hatte ich immer wieder Wehen, sehr unregelmäßig, teilweise schmerzhaft, teilweise nur leicht unangenehm. Ich habe diese Wehen ehrlich gesagt noch nicht als tatsächlichen Beginn der Geburt gesehen.
Am Dienstag hatte ich dann eine Kontrolle beim Frauenarzt, um nachzusehen, ob unser Baby richtig liegt, noch genug Fruchtwasser hat usw. Bei der Untersuchung stellte sich dann heraus, dass mein Muttermund bereits 3-4 cm geöffnet war und ich auch schon regelmäßige Wehen im Abstand von 4-5min hatte. Diese waren für mich aber noch sehr gut auszuhalten. Daheim angekommen haben wir das Geburtshaus informiert und uns wurde gesagt, solange wir uns noch wohlfühlen, können wir gerne noch zuhause bleiben und versuchen es uns noch ein bisschen gemütlich zu machen.
Nach dem Telefonat ging ich in eine Badewanne. Dort wurden die Wehen innerhalb weniger Minuten deutlich schmerzhafter und ich musste jede Wehe veratmen. Mein Mann rief wieder im Geburtshaus an und sagte, dass wir jetzt gerne kommen würden. Von unserem Zuhause aus fahren wir ca. 30 Minuten bis ins Geburtshaus nach Ulm. Von dieser Fahrt habe ich selbst nicht mehr viel mitbekommen, da ich bereits sehr starke Wehen in sehr kurzen Abständen hatte. Zudem hatte ich starke Übelkeit. Im Geburtshaus angekommen empfing uns Yvonne mit einer so ruhigen und liebevollen Ausstrahlung. Meine Wehen waren hier bereits so stark, dass ich kaum laufen konnte. Im Geburtsraum angekommen musste ich erstmal auf die Toilette, anschließend hat Yvonne mir verschiedene Positionen angeboten, ich war an der Sprossenwand, im Vierfüßlerstand, auf dem Hocker, immer mit Begleitung durch meinen Mann. Die beste Unterstützung war für mich seine Nähe. Ich habe die Position recht oft gewechselt, da ich mich nach kurzer Zeit in einer Position nicht mehr wohlgefühlt habe.
Nach kurzer Zeit begannen dann bereits die Presswehen. Auch hier versuchten wir verschiedene Positionen, am effektivsten hat sich dann der Kreuzgriff im Bett herausgestellt. Da ich bei jeder Wehe das Gefühl hatte in Panik zu verfallen, bekam ich noch Rescue-Tropfen. Nach nur eineinhalb Stunden im Geburtshaus durften wir unseren Sohn in die Arme schließen. Die Atmosphäre im Geburtsraum war einfach magisch und ich bin so dankbar für die Unterstützung der Hebammen und meines Mannes. Nachdem wir eine ganze Zeit lang mit unserem Sohn kuscheln durften, musste ich noch die Plazenta gebären, was bei mir super schnell und ohne großen Aufwand passierte. Anschließend hat mein Mann die Nabelschnur durchtrennt. Nach erneuter Kuschelzeit durfte unser Sohn mit seinem Papa kuscheln und meine Verletzungen wurden versorgt. Paula hat sich hier so viel Ruhe und Zeit genommen, ich hatte keine Schmerzen und habe mich auch in dieser Situation gut umsorgt und wohlgefühlt. Wir haben während der Geburt Bilder machen lassen, was für mich sehr schön ist, um mich besser an das Erlebnis erinnern zu können und dieses Wunder immer wieder sehen zu können. Nach ungefähr 4 Stunden sind wir dann zu dritt nach Hause gefahren.
Wir waren beide überwältigt von dieser Erfahrung und auch beide so froh über die Entscheidung für das Geburtshaus Ulm. Vielen lieben Dank an das gesamte Team für eure faszinierende und großartig Arbeit! Besonders bedanken möchten wir uns bei Yvonne, Leo, Paula und der Hebammenstudentin Maja, welche uns bei der Geburt so wundervoll begleitet haben!

